Re: wenn der Drucker druckt… - Eric Raymond schimpft auf CUPS

Allgemein Mai 23rd, 2008

drucker, nicht Werbebroschüre. Hier bei mir auf dem Rechner.
Janeisklar. Wer die krude Bedienphilosophie von Microsoft brauchbar
findet, hat sich nicht wirklich mit anderen Systemen
auseinandergesetzt. Man findet es dann offenbar toll, dass man ein
paar Einstellungen mittels grafischer Oberflaeche machen kann, die
mit jeder Windows-Version anders aussieht und an einer anderen Stelle
ist. Die Alternative dazu heisst Registry. Hier hat man bei fast
allen anderen Systemen vor der Implementation nachgedacht. Hier hat
man die Moeglichkeit grafisch oder per Config-File zu konfigurieren
und problemlos exportieren. Die Hilfe unter Windows ist zudem
praktisch nutzlos.
Der naechste Stumpfsinn: Laufwerksbezeichnungen, ueberhaupt die ganze
Ausrichtung der Datentraeger auf Laufwerke statt auf Verzeichnisse…
Massenweise Word- (und auch andere)Dokumente, mit nicht vorhanden
Bildern, weil die CD nunmal nicht C: ist, sprechen Baende. Der DAU
sucht jedesmal aufs Neue seine Dateien, die in dem jaemmerlichen
Microsoft-Abklatsch eines Home-Verzeichnisses namens “Eigene Dateien”
auf dem System-”Laufwerk” versteckt sind.
Die Voreinstellung, jegliche Information dem Nutzer vorzuenthalten,
wenn nur irgendwie moeglich, fuehrt zu massiven Sicherheitsproblemen
- schoenes Beispiel ist das Ausblenden der Dateiendungen in
Verbindung mit der verbloedeten Erkennung von Dateitypen anhand der
Endungen.
Da ist das Klicken auf das Startmenue zum Beenden eigentlich noch
eine winzige Kleinigkeit, wenn auch ein typisches Abbild des
“Konzeptes”, welches von Microsoft verfolgt wird.
Weitere unzaehlige Beispiele fuer diese idiotischen “Bedienkonzepte”
und die stuemperhafte Implementierung derer werden sicherlich noch
einigen Lesern einfallen…
Das Resultat sind Nutzer, die nichtmal im Ansatz verstanden haben,
was passiert und sich eine Abfolge von Klicks merken und bei
kleinsten Problemen nach dem Freund/Verwandten/Nachbarn rufen, dessen
erster Rechner nicht mit diesem Schrott bestueckt war und er deswegen
auch nicht denkunfaehiges Opfer der Microsoft-Bedienphilosophie
geworden ist. Diese Leute muessen sich dann dumme Sprueche wie “Ich
will das nicht studieren, ich will nur meine Arbeit machen!”
anhoeren, ohne ausfaellig zu werden und zu fragen, ob ein Maurer
ebenso merkbefreit an seine Arbeit gehen koennte und er mit gutenm
Gefuehl in einem solchen Haus leben koennte.
Und zum eigentlichen Thema: Ja, es gibt jede Menge
verbesserungswuerdiges an der Konfiguration, XF86-config ist so ein
Beispiel. Eine schicke Oberflaeche kann aber nur eine Gedankenstuetze
sein, genauso wie eine gut auskommentierte Konfigurationsdatei. Das
Konzept dahinter muss aber verstanden worden sein, immer und ueberall
- ansonsten sind nur ein paar default-Eisntellungen moeglich.
Aber bitte lasst Microsoft aus der Diskussion. Die haben es in 20
Jahren nicht geschafft, in sich einigermassen konsistente und
durchdachte Konzepte zu entwickeln. Die kann man in Frieden ruhen
lassen…
Michael.

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