Re: Und der Nachbar druckt mit (nT) - Drucker drahtlos via Bluetooth anbinden

Allgemein Juni 30th, 2008

drucker es ist ja gerade das Schöne an Bluetooth: Dass sich
> normalerweise nur derverbinden kann, der das auch _darf_… dank
> Authentifizierung und Verschlüsselung.
“Normalerweise” stiehlt dein Hausnachbar auch nicht dein Auto, selbst
dann nicht, wenn es nicht abgeschlossen ist. Normalerweise kommt man
auch nicht ins Gefängnis - dennoch sind die zum Bersten voll.
Mormalerweise ist immer alles schön. :-) Die eigentliche Frage ist aber doch, ob immer alle Geräte
entsprechend konfiguriert sind und ob die Software keine
Sicherheitslöcher lässt. Eine praktikable Kontrollmöglichkeit dafür
hast du jedenfalls nicht. Und da manche Geräte, z.B. Drucker, gar
keine Tastatur haben, wird man wohl oft auf das Eingeben eines
Kennworts auf beiden Seiten verzichten (müssen) und dann kann sich
eben ein fremdes Gerät dieser Art vielleicht doch als eigenes
ausgeben??
Dein Nachbar hat jedenfalls Gelegenheit, jahrelang rund um die Uhr
deine Signale automatisch und unbemerkbar zu speichern (im Gegensatz
etwa zum Internet, wo Millionen Pakete von Millionen Nutzern mit
wechselnden IPs gemischt transportiert werden). Wenn er pfiffig ist,
richtet er es vielleicht so ein, dass du wenigstens in einem Fall mal
bekannte Daten drahtlos überträgst, die er dir untergeschoben hat (er
sendet dir zum Beispiel eine SMS, ein Fax, eine E-Mail, eine Datei,
…, oder er “verliert” vor dem Haus mal eine CD mit dem Titel
“Brittney beim … fotografiert”). Dann kann er einen “Angriff mit
teilweise bekanntem Klartext” machen, und da ist dann eine
Verschlüsselung schon deutlich weniger sicher.
Zugegeben, das ist jetzt ein nicht übermäßig wahrscheinliches
Szenario. Aber es gilt hier das, was ich schon früher über Powerline
gesagt habe. Das Risiko, dass jemand aus dem nahen Umfeld heimlich
und unerkennbar rund um die Uhr einen Lauschautomaten mitlaufen
lässt, ist immer da. Es gibt es ja oft irgendwo im Dunkeln lauernde
Feindschaften und/oder Neurosen. Man muss auch gar nicht immer alle
Informationen entschlüsseln, es genügen oft Bruchteile. Was ist, wenn
ich beispielsweise erfahre, dass die tolle Nachbarin immer dienstags,
wenn der Mann zum Kegeln ist, auf
www.ich-will-mich-scheiden-lassen.de geht? Schon weiß ich, dass es
sich lohnen kann, dort mal anzuklopfen. Oder was ist, wenn ich weiß,
dass der Nachbar mit seinem Bluetooth-Telefon immer die Aids-Beratung
anruft? Und wenn ich schon jemand bin, der solche Spionage betreibt,
dann muss man mir ja auch anderes Böse zutrauen, bis hin zum Winken
mit der Erpressungskeule.
Rolf Keller

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